Angst produktiv nutzen

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Angst ist eine der Basisemotionen und erfüllt den Zweck, unser Überleben zu sichern. Angst ist nützlich und sie hilft uns, Entscheidungen zu überdenken und  nicht voreilig zu treffen. Angst lässt uns einen Rückzug antreten, um einer Gefahr auszuweichen und Angst hat ganz eindeutige körperliche Symptome, um alle Körperkräfte zu mobilisieren, um einer Gefahrensituation zu entkommen. 

Damit ist Angst erstmals etwas Positives. Sie ist reell. Aber es gibt auch die unreellen Ängste, Ängste die geschürt werden (nicht zu verwechseln mit Vorsicht) und Ängste die pathologisch sind. 

Unreelle Ängste sind Ängste, die sich im Kopf abspielen, die erlernt sein können und die unbewusst ablaufen. An einer Angstreaktion sind im Körper zahlreiche Abläufe beteiligt – die Amygdala (Mandelkern), das autonome Nervensystem, Hormone – die zur Aktivierung der Muskeln, des Herzens und der Lungen führen. Diese können auch bei »eingebildeten« Ängsten auftreten, weil das Gehirn tatsächlich nicht zwischen reellen und unreellen Situationen unterscheidet. Das heißt nicht die Situation an sich ist bedrohlich sondern die Bedeutung die wir ihr beimessen. Starke Angst entwickeln wir vor allem dann, wenn wichtige motivatonale Ziele bedroht werden zB wenn wir irgendwo zu scheitern drohen, wenn ein wichtiger Verlust droht, wenn etwas auf uns zukommt, dessen Ausgang noch ungewiss ist oder das wir mit allen Mitteln vermeiden wollen. 

Geschürte Ängste sind erlernte Ängste und sind deshalb so gefährlich, weil sie sich der eigenen Logik entziehen und weil sie als Instrument der Manipulation genutzt werden können. Mit Angstgefühlen ist es wie mit anderen neuronalen Vorgängen – je öfter sie ablaufen (wiederholt werden) desto besser werden sie gebahnt dh umso tiefer werden die angelegten Spuren im Gehirn. Man braucht zu diesem Zweck Meldungen, die Angst erzeugen, nur oft genug zu bringen und schon werden sie als reell empfunden, haben sie erst einmal unser Unterbewusstsein erreicht  stehen ihnen nicht mehr mehr kritisch gegenüber. 

Was wir also tun können – unsere eigene Logik aktivieren dh Meldungen kritisch zu hinterfragen, sich informieren – vor allem bei Fachleuten, persönliche Erfahrungen zu Rate ziehen und entsprechend zu handeln. Ängste, die sich, warum auch immer, einmal manifestiert haben, können nicht mehr gelöscht oder »ausradiert« werden. Aber man kann etwas anderes an ihre Stelle setzen, was sich jedoch immer an den persönlichen Ressourcen orientieren muss dh der Coach muss sich damit befassen was er fördern und nicht mit dem, was er beseitigen will. 

Angst kann dazu genutzt werden (solange sie nicht pathologisch ist) die Sinne zu schärfen, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren, seine Kräfte zu mobilisieren und eine Handlung konsequent durchzuführen.

In diesem Sinne – sich nicht zum Sklaven machen sondern sein eigener Meister werden!

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