Die Frage nach dem Sinn

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In der heutigen Konsumgesellschaft wird der Mensch in Versuchung geführt den Erfolg, das Glück oder die Lust direkt anzustreben, ohne Abkürzung, einfach, um seine »Wünsche« durchzusetzen. Dass dieser Weg nicht der richtige ist, haben viele von uns schon schmerzhaft erfahren müssen, denn je mehr man nach Lust, Glück und Zweck strebt, umso schneller sind sie wieder weg. Was bleibt ist eine Leere und eine tiefe Sehnsucht, seinem Leben wieder Sinn zu geben, sich wieder spüren zu können und vor allem Dinge zu tun, die sinnvoll sind.

Die Kernfrage dabei ist immer »was treibt den Menschen an, was will er?«

Wenn der Mensch die Kontrolle verliert, wirkt sich das lähmend auf sein Handeln und sein Tun aus. Strebt er Erfolg an, hat er Angst vor Misserfolg, strebt er Lust an, will er Unlust vermeiden und will er das »ewige Glück«, tut er alles um Unglück zu vermeiden. 

Viele Ratgeber versprechen genau dieses »Instant-Glück« und garantieren in kürzester Zeit, wenn man sich entsprechend verhält bzw. entsprechend denkt, den Erfolg. Aber lässt sich tatsächlich all das, was das Leben bereichert gezielt herbeiführen? Ist es so einfach?

Bereits in der Antike tauchte die Frage nach dem »Seienden« auf, später war Gott der Garant für einen allumfassenden Sinn. Kant versucht die Sinnfrage im praktischen Handeln zu begründen in dem er postuliert, dass »ein Handeln nur dann sinnvoll ist, wenn es sich in einen größeren Zusammenhang wie das Leben oder Die Welt integrieren lässt«. Geht es nach Nietzsche muss der Mensch selber Schöpfer seiner Werte und seines Sinns werden und für Marx bedeutet Sinn eine radikale Gleichstellung des Einzelnen im gesellschaftlichen Gefüge. 

Können wir also auf Befehl glücklich werden, mehr Selbstwertgefühl haben oder einfach den Mann/die Frau fürs Leben finden?

Der Mangel an Sinn ist ein Zeichen der Zeit, eine Frustration, die als »gesunder Schmerz« eine Anstoß dazu geben kann, darüber nachzudenken, was wirklich Sinn verleiht, etwas, das tief in uns drinnen schlummert und nur wartet, an die Oberfläche zu gelangen. 

Anstatt sich dem Mangel zu widmen, dem Gefühl nichts zu haben, nichts zu sein, nichts Wert zu sein sollte man die Fülle sehen, den Blick auf das Gute im Leben schärfen, das, was wir bereits haben und das was wir bereits sind. 

Sinn macht ein guter Umgang mit sich selbst, mit seiner Umgebung, seinen Nächsten und dem was einfach ist. Und worüber sich alle einig sind, das was am meisten singstiftend ist, ist die Liebe, die Liebe zu sich selbst, zu anderen, zum Leben und allem was uns umgibt. 

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