Geduld & Vertrauen

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Plötzlich steht alles still. Das Leben, das wir gewohnt waren, gerät durch einen kleinen Virus aus den Fugen. Nichts ist mehr wie es ist. Wir können nicht mehr tun was wir wollen, wir können nicht mehr konsumieren was wir wollen, wir können keine Restaurants, Kaffeehäuser, Bars und Diskotheken mehr besuchen dh wir können uns nicht mehr ablenken. Wir sitzen zu Hause, mit unseren Lieben und warten. Ja auf was warten wir? Dass das »alte« Leben wieder weitergeht? Dass wir wieder das machen können, was wir vorher mit so viel Leidenschaft gemacht haben – konsumieren, auf Urlaub fahren, die Welt bereisen, in Restaurants gehen, Menschen treffen, Freunde sehen und mit der Familie zusammen sein? 

Nichts geht mehr so wie wir es gewohnt sind. Wir sitzen zu Hause und üben uns in Geduld, was manchmal besser und meistens schlechter gelingt. Geduld, das Warten auf etwas, das wir uns wünschen oder gerne hätten, fällt schwer. Wir sind es nicht mehr gewohnt. Eine wunderbare Gelegenheit, uns bewusst zu machen, wie wir in den letzten Jahrzehnten gelebt haben, zu reflektieren, wie sehr wir uns von unseren eigenen inneren Ressourcen entfernt haben. 

Geduld ist eine wunderbare Eigenschaft. Sie lehrt uns so viel – Vorfreude, Imagination, Ruhe, Stille, Freude, Kreativität, Reflexion und das Hinterfragen unserer Erwartungen. Also lernen wir zu warten – die Zeit mit etwas anderem zu füllen, als mit dem, was wir uns in diesem Moment gerade wünschen. Setzen wir uns hin und hinterfragen wir unsere Wünsche – sind sie es wirklich wert oder nur eine Brücke, um eine innere Leere zu füllen? 

Vertrauen hängt unmittelbar mit Geduld zusammen dh wir sollten wieder vertrauen, dass das gut und wichtig für uns ist, was kommen wird. Vertrauen in das Leben an sich, vertrauen in unsere eigene Kraft, vertrauen in die Menschen um uns und Vertrauen in die Gegenwart und die Zukunft. 

Vertrauen ist ein starkes Gefühl, es ist eine Emotion, die uns die Sicherheit gibt, dass das, was wir tun, richtig ist. Vertrauen ist ein Motor, eine Kraft, die uns treibt und uns auch in Dimensionen fortschreiten lässt, die wir wohl, in der Dimension der Logik, nicht so leicht betreten hätten. Vertrauen ist der Raum zwischen Wissen und Nichtwissen, zwischen dem was bekannt ist und dem was wir uns wünschen. 

Lernen wir wieder Geduld und lernen wir wieder Vertrauen, um den Panzer der Skepsis und des Argwohns zu durchbrechen. Vertrauen schenkt Freiheit und sie birgt ungeahnte Möglichkeiten in sich, der wir nur mit Geduld begegnen können. 

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