Von den Idealen

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Wo ein Mensch hineingeboren wird und mit wem er aufwächst kann er sich nicht aussuchen. Genauso wenig wie die Überzeugungen, Muster, Werte und Ideale, die in den verschiedenen Lebensgemeinschaften gelebt werden. Kinder lernen durch Nachahmung, durch Vorbilder und durch die Wiederholungen stets gleicher Verhaltensmuster. Darum wundert es auch nicht, dass bei manchen Menschen die Weichen für eine spätere Erschöpfungsgefährdung bereits von Geburt an gestellt werden.

Familie, France, Erziehungsberechtigte, Menschen in verschiedenen Institutionen und Systemen haben Einfluss auf Fühlen, Denken und Handeln des Einzelnen. Das Ziel ist sehr oft ein Leitbild, das einem Ideal nahe kommt. 

Ab dem 5. Lebensjahr werden Vorbilder ernannt und Leitbilder entwickelt. Das ist eine wichtige Weichenstellung für die Entwicklung der eigenen Persönlichkeit. Da bei einem Kind Lebensrealität und Phantasie sehr nahe beieinander liegen, hält ein Kind vieles für wirklich, was in Wahrheit seiner Phantasie entsprungen ist. Vielen Erwachsenen fällt es oft nicht leicht, Leitbilder so zu sehen, wie sie wirklich sind. Idealisierungswünsche werden nicht auf das beschränkt, was vorbildlich und nachahmenswert ist, damit die eigenen Möglichkeiten nicht ständig unterbewertet werden. 

Manche dieser »Ideale« und damit ihre Maßstäbe sind so weit verinnerlicht, dass ihnen gefolgt wird, ohne zu hinterfragen, ob sie den eigenen Vorstellungen und Maßstäbe entsprechen. 

Menschen, die Vorbilder sind helfen bei der Bildung der eigenen Identität. Sie spornen an, sie inspirieren und sie helfen bei der Entscheidungsfindung in schwierigen Situationen. Sind die idealisierten Personen zu weit von den eigenen Möglichkeiten entfernt, kann das zu Enttäuschungen führen. 

Ganz ehrlich, wer hat sie noch nicht gehabt, die Gefühle der eigenen Unersetzbarkeit. Bis zu dem Zeitpunkt, wo einem plötzlich durch  ein Ereignis klar wird, dass jeder ersetzbar ist. 

Es ist natürlich und auch üblich und vermutlich das »Salz in der Suppe« die eigene Bedeutung für Institutionen, Kollegen und Gruppen zu überschätzen. Das führt leicht dazu, dass Verpflichtungen eingegangen werden, die die Kräfte und Kompetenzen des Betreffenden weit übersteigen: mehr Aufgaben, mehr Teamsitzungen, noch ein Protokoll, noch ein Vorgang, eine E-Mail, ein Telefonat, noch eine Konferenz, noch eine Vorstandssitzung etc. .

Ein Mensch sagt – und ist stolz darauf

er geh in seinen Pflichten auf. 

Bald aber, nicht mehr ganz so munter,

geht er in seinen Pflichten unter. (EugenRoth)

Multitasking sollte kein Schlagwort mehr sein, dem gerecht werden muss. Wir sollten uns wieder auf unser Menschsein, auf unsere Ressourcen, unsere Gefühle, Emotionen  und auf unsere Kreativität besinnen, damit wir wieder handeln wie Menschen.

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